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Veröffentlicht am 24.06.2015 von nemesis

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Fiddler´s Green

„So mit Radlerhose und Hornbrille auf der Bühne“ – Interview zu „News Folk“

Auch diese Jungs habe eine neue Platte am Start. „Nu Folk“ nennt sich der Silbertaler und zeigt die Franken wieder mal mit einer Unmenge an klasse Songs in typischer Fiddler´s Manier und ebenso einige neue Elemente, die sich super in das Gesamtbild einfügen. Sänger und Geiger Tobias Heindl ist mit den Reaktionen ziemlich zufrieden. „Wobei einige das neue material als ein wenig poppig bezeichnen. Im Großen und Ganzen fallen die Resonanzen allerdings sehr positiv aus. Die Kommentare von wegen ‚mainstreamiger’ beleben das Gerede und das Geschäft.“

Ein wenig frischer Wind

Hm, alle dieser Comments muß man nicht nachvollziehen können, denn andererseits zeigen sich Fiddler´s Green auf „Nu Folk“ auch härter als man es von manch anderen Stücken der Band gewohnt ist. „Die Kombination aus unserem traditionellem Sound und den stärker eingebrachten Metal-Elementen mag sicher ein wenig gewagt sein, die das war uns auch von Anfang an wichtig. Gerade für unsere Gitarristen ist das natürlich klasse“, amüsiert sich Tobias. „Um allerdings ganz ehrlich zu sein, müssen die anderen manchmal eher mich bremsen.“ Wie war das mit dem Teufelsgeiger?

Pläne über Pläne

Ein Stück auf dem neuen Silberling, das Tobias so richtig mag, ist „Celebrate“. „Bei diesem Stück läßt sich eine Menge versteckter Punk ausmachen. Wir haben den Vorteil, daß wir uns nicht um Genres scheren, sondern die Leute quer durch den Gemüsegarten bedienen und uns mit Elementen fast aller Richtungen beschäftigen. Mehr Heavy Metal im Instrumentenbereich würde mir aber schon gefallen. Ein weiterer positiver Aspekt ist, daß wir im Gegensatz zu anderen Bands für diese Kombination nicht bestraft werden. Besonders die Arrangements der Instrumente waren bisher oft eher seicht und tanzbar, was wir mit dem neuen Album geändert haben.“ Für das kommende Jahr haben die Folk-Metaller auch schon wieder einige Pläne in petto, so wird zum 1.000ten Konzert eine DVD erscheinen, ebenso eventuell eine Best-of. Fiddler´s Green zählen nämlich nicht zu jenen Combos, die nach drei Studio-Scheiben schon mit einer Best-of um sich ballern.

Qual der Wahl

„Nachdem wir aber im Laufe der Zeit nicht gerade wenig veröffentlicht haben, dürfte die Zusammenstellung nicht sonderlich einfach werden. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß wir eine Abstimmung übers Internet machen werden, welche Songs drauf kommen sollen und welche nicht. Außerdem funktioniert das Netz besser und schneller als Briefverkehr und man kann die Post umgehen“, und lacht sich erstmal ´nen Ast. Was mich am Anfang an dem neuen Output der Band gestört hat, war die Schreibweise im Titel. ‚Nu’ ist halt mal einfach nervig pseudo-modern. „Ja, einige dachten, wir würden dieses Klischee breit treten, wieder andere finden es witzig. Unserer Meinung nach ist es einfach treffend, es ist auch ironisch gemeint. Und gegen Selbstironie hatten wir außerdem auch noch nie was. Uns geht es gut, daher können wir auch leicht ironisch sein.“

Heimlich, still und leise

Daß der aktuellen Platte eine Toru folgen wird, ist allerdings keine Ironie, sondern auch für eine Band mit dem Status von Fiddler´s Green nach wie vor wichtig. Zumal gerade eine Menge Fans von den Jungs live total begeistert sind. „Was ich auch als wichtig empfinde, sind Fanclub-Treffen – ich bin auch der Fanclub-Beauftragte, um es mal so zu sagen. Unterm Strich sind wir ganz zufrieden, wir gehen auch nie mit zu großen Erwartungen an neue Songs oder eine neue Platte heran. Man muß unverkrampft an neues Material gehen.“ Anderenfalls könnte der Schuß schon mal in kreativer Hinsicht nach hinten los gehen. Während andere Combos sich enormer Beliebtheit erfreuen, also von Gott und der Welt gerne kopiert werden würden, sind Fiddler´s von diesem Syndrom ganz gut verschont geblieben. „Was mich aber wirklich überrascht hat, war eine Straßenband in Sibirien, die „Folk Raider“ nachgeträllert hat. Und die waren so richtig gut. Hier in Deutschland trauen sich nicht viele Künstler an dieses Metier heran, was ich nicht allzu schade finde. Bleibt mehr für uns, hehehe. Ich sehe mich und uns auch nicht als Art Apostel, die die irische Kultur und den Glauben in die Welt tragen müssen.“

Ausblicke vergangener Tage

Zudem kann man auch schon mal richtig neugierig auf die anstehende DVD sein, denn Tobias und seine Bandkollegen verlassen sich hier nicht auf die Meinung und Arbeit anderer. „Wir werden für die DVD alles selbst machen. In diesem Jahr ist im DVD-Bereich einiges passiert, es gab viele Veröffentlichungen. Wir werden u.a. Video-Material aus Rußland verwenden – wobei wir eh Unmengen an Mitschnitten aus den Jahren ´90 – ´92 rumfliegen haben. Ich bin mir sicher, daß sich auf der DVD auch einige Peinlichkeiten finden lassen werden. Davon gab es im Laufe der Jahre schließlich auch genug. So mit Radlerhose und Hornbrille auf der Bühne.“

photocredit: By muellermartin (Flickr: Fiddler’s Green) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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