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Veröffentlicht am 08.06.2015 von Harry Pfliegl

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Joan Baez: eine politische Sängerin

Bekannt wurde die US-amerikanische Folk-Sängerin und Pazifistin Joan Baez vor allem durch ihr politisches Engagement. So engagierte sie sich in den 1970er Jahren massiv gegen den Vietnamkrieg sowie gegen die Rassentrennung in den USA.

Der Grundstein wird gelegt

Als 15jährige hörte Joan Baez erstmals eine Rede von Martin Luther, die ihr späteres Engagement nachhaltig beeinflussen sollte. Etwa zeitgleich schenkten ihr die Eltern eine Gitarre, nachdem sich Joan Baez das Musizieren auf einer Ukulele selbst beigebracht hatte. Die musikalischen Einflüsse für ihre spätere Karriere nahm Joan Baez ebenfalls aus dem Elternhaus mit. Dabei handelte es sich vor allem um Harry Belafonte sowie den Folkmusiker Pete Seeger.

Karriere statt Uni

Zwar hatte sich Joan Baez nach der High School an der Boston University eingeschrieben. Jedoch konzentrierte sie sich in erster Linie auf ihre musikalische Karriere, die 1959 mit einigen Auftritten in einem Folk-Club in Cambridge begann. Dort sang sie vor allem melancholische Traditionals. Einen ersten Achtungserfolg schaffte sie beim Newport Folk Festival, als sie von Bob Gibson als Überraschungsgast auf die Bühne geholt wurde.

Das erste Soloalbum erschien 1960, mit dem zweiten erreichte sie in den USA bereits Goldstatus. Nun ging sie auch auf Tournee durch die USA, auf welcher sie Bob Dylan kennenlernte. Diese Begegnung bedeutete für Joan Baez den beruflichen Durchbruch.

Joan Baez wird politisch

In den frühen 1960er Jahren zählte Joan Baez zu den führenden Figuren in der US-amerikanischen Folk-Bewegung. Während einer Südstaaten-Tournee entschloss sie sich 1962, künftig nur noch an Orten aufzutreten, an welchen keine Rassenschranken existierten. In der Retrospektive wird Joan Baez deshalb gern als „Stimme und Gewissen ihrer Generation“ bezeichnet.

Ist Joan Baez eine Kommunistin?

Ein Akt zivilen Ungehorsams markierte 1957 den Beginn von Joan Baez politischem Engagement: Sie hatte sich geweigert, bei einer Luftschutzübung das Klassenzimmer zu verlassen. Über diesen Vorfall wurde in der örtlichen Presse umfangreich berichtet, was Joan Baez sogar den Ruf einbrachte, eine Kommunistin zu sein. Später arbeitete sie eng mit Martin Luther King zusammen und unterstützte verschiedene Organisationen, die sich gegen den Vietnamkrieg engagierten. Sie selbst reiste 1972 mit einer Friedensdelegation nach Nordvietnam, wurde dabei aber von einer militärischen Aktion – dem Christmas Day Bombing – überrascht.

Für ihr Engagement erhielt sie am 18. März 2011 in San Francisco den Joan Baez Award. Dieser Preis wurde erstmals zum 50. Geburtstag der Menschenrechtsorganisation Amnesty International vergeben und auch in den folgenden Jahren an Künstler vergeben, die sich für Menschenrechte einsetzen.

Foto: von Ralf Schulze from Koblenz, Germany (Dresden_07_2008_ 135  Uploaded by X-Weinzar) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

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