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Veröffentlicht am 17.09.2015 von nemesis

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Blackmore´s Night

Blackmore´s Night: “All Our Yesterdays”

Zehntes Album des Kult-Gitarristen und seiner Gefolgschaft

Ritchie Blackmore, seine Angetraute Candice Night und ihre Mitspieler haben sich wieder einmal angetan, ein neues Album auf den Markt zu bringen. Mittlerweile mit dem zehnten Release ist der ehemalige Deep Purple-Sonderling, wie er oft beschrieben wird, aktiv und Fans des Projektes werden mit Sicherheit angetan sein.

Nicht umsonst gilt Blackmore als einer der größten Gitarristen schlechthin und mit Candice Night hat er von Anfang an die perfekte stimmliche Ergänzung für seinen mittelalterlichen Sound ausgewählt. Verträumt, elfenhaft – und mittlerweile ein bisschen rau gibt sich Sängerin – steht ihr gut.

Wunderbare Rückblicke

All Our Yesterdays stellt eine musikalische Hommage an alles Vergangene dar – Bereicherungen, die einem die Vergangenheit eben beschert hat. Da verwundert´s natürlich auch nicht, dass schon mal in die Trickkiste gegriffen wird und neben menuetthaften, sehr ausgeklügelten Kompositionen, die ein tolles Flair von Naturverbundenheit und Sphäre ausstrahlen auch bereits bekannte Songs ihren Weg ins Lager gefunden haben: „Moonligh Shadow“ ist eine wunderbare Gelegenheit, die stimmliche Entwicklung von Candice Night zu betrachten – nach wie vor elfenhaft, doch gereifter. Dieses Klassiker von Mike Oldfield weiter zu beschreiben, dürfte wohl müßig sein. Sonny und Cher´s „I Got You Babe“ hat sich ebenfalls auf dieses Album verirrt und man mag´s kaum glauben: Der akustische Minne-Touch zaubert aus diesem Stück etwas wirklich herrlich Unschuldiges.

Authentizität in aller Stille

„All Our Yesterdays“ ist eines jener Alben, die man sich als Soundtrack zum Tanzen im Sommer auf der Wiese mit Blumenkränzchen im Haar vorstellen kann. Doch das ist eben Blackmore´s Night: Authentizität fernab lauter Klänge, wuchtigem Bombasts, ein Spielen mit den Wurzeln. Zarte Flöten-Klänge, Harfe, Percussion und Schalmei zaubern einen wunderbaren Sound, einfühlsam, nuanciert, dezent und einschmeichelnd. Es ist eine ganze eigene Welt, die man hier betritt. Natürlich werden bei allem perfekten Zusammenspiel die virtuosen Fähigkeiten immer wieder deutlich und auch an passender Stele eingebracht, so etwa der Auftakt zu „Coming Home“ der sich zu einem beschwingten Stelldichein entwickelt und unaufdringlich ungetrübte, lebendige Stimmung schafft.

Minne zum Abtauchen

Anspieltipps kann man schlecht geben, denn jeder Songs entfaltet seinen eigenen zarten Zauber, seine eigene Intensität und Tiefgründigkeit – und man erkennt, wie viel mit wenig Getöse erreicht werden kann. Blackmore´s Night spielen schon in einer eigenen Liga, ganz klar. Wunderschön auch „Darker Shade Of Black“, das sich in erster Linie instrumental gestaltet, die Stimme lediglich (und mit Stimme ist wirklich nur Stimme und nicht auch Text gemeint) als leisen dramatischen Endeffekt nutzt und einen gewissen Schwermut verbreitet. Dieses Scheibchen ist eine knappe Stunde Auszeit von der lauten, überfüllten Welt da draußen, ein Abtauchen in eine romantische, tiefsinnige und vielschichtige Soundmalerei, deren stimmungsvoller und auffordernder Auftakt und Titeltrack „All Our Yesterdays“ nicht besser gewählt sein könnte und hier bereits die Kraft deutlich macht, die sich unter der zerbrechlichen Oberfläche befindet.

Tracklist

  1. All Our Yesterdays
  2. Allan YN N FAN
  3. Darker Shade Of Black
  4. Long Long Time
  5. Moonlight Shadow
  6. I Got You Babe
  7. The Other Side
  8. Queen´s Lament
  9. Where Are We Going From Here
  10. Will O´The Wisp
  11. Earth Wind And Sky
  12. Coming Home

photocredit: By Nsoveiko (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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